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Simracing bekommt nun auch in Österreich einen entsprechend hohen Stellenwert, mit Unterstützung eigener Rennkommissare der Austria Motorsport Federation (AMF) und einem engagierten Organisationsteam wird professioneller, digitaler Motorsport auf höchstem Niveau angeboten, der Fahrer und Fans überzeugt.

Wien, 10. Mai 2021 – Nicht zuletzt durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Absagen im Motorsport, hat Simracing in den letzten Monaten weiter Aufwind bekommen. Und auch, wenn das virtuelle Rennfahren noch von einigen belächelt wird, mittlerweile hat sich eine Community gebildet, deren Ehrgeiz sich vor echtem Motorsport nicht verstecken muss. Grund genug, dem Thema auch in Österreich auf professionelle Beine zu verhelfen und eine eigene Serie – die Austrian Simracing Team Trophy, kurz ASTT – ins Leben zu rufen. Mastermind ist Martin Potocnik, der schon in früher Kindheit seine Motorsport-Leidenschaft entdeckt hat: „Seit meinem 8. Lebensjahr bin ich aktiv im Motorsport unterwegs. Mitte 2018 hatte ich dann gemeinsam mit Freunden meinen ersten Kontakt mit Simracing, im Rahmen einer Hotlap-Challenge. Die Faszination war riesig, deshalb haben wir die notwendige Hardware gekauft und ein kleines Simracing-Team gegründet. Gemeinsam konnten wir schon bei etlichen Veranstaltungen und Meisterschaften unser Können unter Beweis stellen.“

Rennkommissare der Austria Motorsport Federation (AMF)
Die Idee einer eigenen Serie war schnell geboren, Potocnik wollte aber nicht einer von vielen sein, sondern ein Niveau der Durchführung erreichen, das es so bis dato in Österreich noch nicht gegeben hat: „Mir ist es ein sehr großes Anliegen, die Professionalität und die Anerkennung von Simracing-Veranstaltungen zu steigern. Ein großer Durchbruch ist die Anerkennung der Austrian Simracing Team Trophy durch die Austria Motorsport Federation (AMF) als offizielle Motorsport-Veranstaltung.“ Das hat zur Folge, dass es auch in dieser digitalen Rennserie eine Rennleitung und offizielle Kommissare der AMF geben wird, die das Geschehen auf der Strecke überwachen und gegebenenfalls auch Strafen aussprechen. Die AMF als oberste nationale Motorsport-Behörde steht voll hinter dem neuen Projekt, wie Generalsekretär Michael Fehlmann erklärt: „Simracing hat sich zu einem großen Bestandteil der Motorsportwelt entwickelt. Vom absoluten Profi bis hin zum Hobby-Racer, erlebt man praktisch von zu Hause Motorsport auf höchstem Niveau. Zahlreiche Talente wurden bereits im Rahmen von diversen Challenges entdeckt und fanden so Ihren Weg in ein echtes Renncockpit. Uns war es daher ein Anliegen auch in Österreich eine entsprechende Simracing-Serie auf höchstem Niveau im Rahmen der AMF zu etablieren. Besonders hervorheben, wollen wir die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, die an der Umsetzung des Projekts mitgewirkt haben und somit den Startschuss für die 1. Austria Simracing Team Trophy ermöglicht haben.“

Insgesamt fünf Rennen über jeweils zwei Stunden
Insgesamt stehen heuer fünf Rennen über jeweils zwei Stunden auf dem Programm der ASTT, der Auftakt erfolgt am 5. Juni 2021 im Canadian Tire Motorsports Park – Mosport, es folgen der Circuit de Spa-Francorchamps (03.07.), Road America (04.09.), der Sebring International Raceway (30.10.) und als Saisonfinale das Autodromo Jose Carlos Pace (27.11.). Gefahren wird auf der iRacing-Plattform in der GTE-Klasse, die aus zwei bis drei Fahrern bestehenden Teams können dabei aus folgenden Fahrzeugen wählen: BMW M8 GTE, Chevrolet Corvette C8R GTE, Ferrari 488 GTE, Ford GT 2017 und Porsche 991 RSR. Die jeweils samstags gefahrenen Rennen folgen einem standardisierten Ablauf. Um 18:00 Uhr erfolgt die Fahrerbesprechung, ab 18:15 Uhr ein 30-minütiges Training. Richtig ernst wird es um 18:45 Uhr, dann kämpfen die Teams 15 Minuten lang im Qualifying um die Startpositionen, ehe um 19:00 Uhr das zweistündige Rennen – mit entsprechenden Fahrerwechseln – gestartet wird. In der Woche vor dem jeweiligen Lauf besteht am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 19 bis 21 Uhr die Möglichkeit, an einem offiziellen Training teilzunehmen.
Kommentierter Live-Stream für die Fans und eine professionelle Vermarktung
Wie es sich für eine echte Rennserie gehört, setzt man auch bei der ASTT auf Zuseher. In diesem Fall können diese die Rennen mittels eigenem und kommentiertem Live-Stream verfolgen, ein eigenes Regie-Team sorgt dafür, dass die jeweils packendsten Positionskämpfe live zu sehen sind. Mit Österreichs größter Motorsport- und Auto-Plattform Motorline.cc wurde zudem ein erster Partner – weitere sollen folgen – gefunden, der nicht nur den Stream übernimmt, sondern auch eigene Highlight-Clips nach den Rennen ausstrahlen wird. Dass die Austrian Simracing Team Trophy professionell im heimischen Motorsport etabliert werden soll, zeigt auch die Tatsache, dass man mit der BG Sportpromotion – die sich im echten Motorsport einen Namen gemacht hat – einen professionellen Promoter gefunden hat. Rene Binna und Christoph Gerlach freuen sich auf diese Aufgabe: „Simracing ist eine nicht mehr wegzudenkende Disziplin im Motorsport. Durch unsere Leidenschaft für Motorsport war es klar, auch hier tätig zu werden und die erste offizielle österreichische Serie gemeinsam mit der AMF umzusetzen. Wir haben ganz klar eine langfristige Ausrichtung und arbeiten alle daran die ASTT professionell und hochwertig aufzusetzen.“ Und natürlich glüht auch Martin Potocnik für sein Projekt: „Ich bin voller Begeisterung dass ich als Veranstalter und Organisator die ASTT ins Leben rufen darf. Ich werde mir größte Mühe geben, dass die ASTT bei den teilnehmenden Teams eine Veranstaltung mit Spaß in der Community und größtmöglicher Professionalität wird."


Anmeldung für Teams auf neuer Website geöffnet
Auf der neuen Website www.astt.at finden interessierte Teams alle Eckdaten zur neuen Serie sowie die Möglichkeit zur Anmeldung. Diese wird im ersten Jahr ohne Nenngeld möglich sein, Ziel ist es, mit einem starken Feld in die Premierensaison zu starten.


Was ist Simracing?
Zunächst gilt es einmal zwischen Computer- und Konsolen-Spielen und Simracing zu unterscheiden. Simracing wird auf eigenen Plattformen – iRacing im Falle der ASTT – durchgeführt. Hier sind echte Rennstrecken in digitaler Form bis ins kleinste Detail hinterlegt, selbst z.B. die Bodenwellen entsprechen jenen aus der Realität. Und auch die Fahrzeuge sind im Hinblick auf Setup, Fahrverhalten und Leistung absolut mit den echten Vorbildern vergleichbar. Somit ist Simracing – wie der Name schon sagt – eine echte Simulation, die auch von vielen Profi-Rennfahrern zum Training genutzt wird. Das dafür nötige, technische Equipment kostet im Regelfall einige tausend Euro.